Montag, 2. März 2009

Cross-Culture

Alles ist anders!
Im Herbst letzten Jahres habe ich in Hermannsburg an einem Cross-Culture Seminar teilgenommen. Eine Woche lang haben wir uns damit beschäftigt, was passiert, wenn man sich in einen anderen kulturellen Kontext begibt. Die Bedeutung dieses Seminars ist mir allerdings erst hier klar geworden.

Alles ist anders! Die Menschen sprechen eine Sprache, die ich mir momentan gerade erst erschließe, sie sehen anders aus, sie bewegen sich anders. Im Gegensatz zum Leben in Deutschland scheint hier alles relativ ungeregelt. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals die deutsche Korrektheit und Ordnung in diesem Maß vermissen würde. Schließlich gehöre ich ja nicht gerade zu den Menschen, die die Struktur hätten erfinden können...

Es sind so unendlich viele, neue, fremde und befremdliche Eindrücke, denen ich hier ausgesetzt bin, dass es nicht ganz einfach ist alles so zu verarbeiten, wie ich es vielleicht gerne hätte. Das Resultat ist, dass ich anfangs ein unglaubliches Schlafbedürfnis hatte. Manchmal war ich um 22.00 Uhr schon so erschöpft, dass ich freiwillig ins Bett gegangen bin und dann 13 Stunden und mehr geschlafen habe. Alle, die mich kennen wissen, dass ich sonst eher selten so früh schlafen gehe.

Dazu kommt das absolut ungewöhnliche Klima. Peru bietet so ziemlich alles an Klima, was man sich vorstellen kann, - und zwar zu jeder Jahreszeit! Als ich in Lima ankam (06.02), war es unglaublich warm. Die Luftfeuchtigkeit liegt dort im Sommer bei ca. 80 % und wenn der Himmel grau ist, dann ist das höchstens dem Smog der 8 Mio. Einwohnerstadt zuzuschreiben.

Drei Tage später (09.02) bin ich dann in Arequipa (1000 Km. südlich von Lima) angekommen. Dort ist zwischen Januar und März Regenzeit. Vomittags scheint meistens die Sonne bei 20-25 Grad, Nachmittags regnet es oft und es kühlt sich schlagartig auf 15-20 Grad ab. Abends wird es dann manchmal so kalt, dass man seinen Atem sehen kann. Im Gegensatz zur Küstenstadt Lima liegt Arequipa auf über 2000 Metern über NN. Da wird die Luft dann schon etwas dünner. Für Raucher ist diese Höhe sehr zu empfehlen, denn trotz der günstigen Zigarettenpreise habe zumindest ich mein Rauchverhalten ganz schön eingeschränkt.

Auch, wenn das Klima nicht direkt etwas mit der Überschrift zu tun hat, so ist es doch mit verantwortlich für das Phänomen dieser Müdigkeit, die ich so zuvor noch nicht erlebt habe.

Natürlich könnte ich zu dieser "Cross-Culture-Geschichte" noch unheimlich viel schreiben, ich werde an anderen Stellen aber auch (fast zwangsläufig) immer wieder darauf zu sprechen kommen.

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