Sonntag, 17. Mai 2009

Der Colca Canyon

Für zwei Tage sind Christian, Katja, Jordy, Line und ich zum Colca Canyon gefahren.

Der Colca Canyon wird laut einiger Internetquellen mit 1200 Metern vom Rand der Schlucht als der tiefste Canyon der Erde gahandelt. Es gibt allerdings auch Quellen, die wissen wollen, dass der Yarlung Zangbo Canyon in Tibet der tiefste Canyon der Erde sein soll.

Aber bereits die Fahrt zum Colca war sehr sehenswert und ereignisreich...

Wir sind mit einem kleinen Bus unterwegs gewesen und haben an einigen Stellen einen Zwischenstop gemacht. Das ist Jordy, eine der beiden Töchter von Katja und Christian. Die beiden arbeiten übrigens seit fast einem Jahr für die ACJ in Arequipa und werden Anfang Juli wieder nach Deutschland zurückkehren. Natürlich haben wir bedingt durch mein Praktikum viel miteinander zu tun, aber auch sonst sind sie für mich zu wichtigen Wegbegleitern meiner Zeit in Peru geworden. Es ist ein schönes Miteinander und ich bin froh, dass ich sie kennen lernen konnte.

Das ist ein Vicuna. Diese Tiere stehen unter Naturschutz und sind wild lebende Tiere. Natürlich sind ihnen Menschen nicht fremd... Wenn man allerdings näher herangeht, dann sind sie auch ganz schnell verschwunden. Ihre Wolle ist übrigens sehr kostbar und bringt viel Geld. Einmal im Jahr werden sie zusammengetrieben und geschert, ansonsten erfreuen sie sich ihrer Freiheit!

Diese Schilder warnen zu Recht vor den Tieren, denn ab und zu trotten sie über die Strasse und es ist ihnen ganz egal, ob ein Auto kommt, oder nicht!

Das ist schon wieder der Misti... Wahrscheinlich seid ihr schon etwas genervt... Aber hier ist er von der anderen Seite zu sehen und ich finde, er hat wieder ein ganz neues Gesicht...

Das ist ein Ibiz, der mich ziemlich nahe herangelassen hat. Mit seinem langen Schnabel sucht er im Schlamm nach Nahrung.

Lamas und Alpakas sind sich sehr ähnlich. Bei Alpakas ist der Schwanz allerdings angelegt und sie haben viel mehr Fell im Gesicht. Hier handelt es sich also um ein Lama.

Auch sie lassen einen sehr nahe an sich herankommen.

Dieser Ort heißt Chivay. Er liegt nicht nur in einem Tal, sondern auch mitten im "Nichts". Wer hier ernsthaft krank wird, hat ein wirkliches Problem. Die einzige Möglichkeit, jemanden im Ernstfall auszufliegen besteht mit dem Hubschrauber.

Das ist der Blick aus dem Hotel, in dem wir für eine Nacht untergebracht waren...

Ganz typisch für Peru sind die Terassen, die oft aus der Prä-Inkazeit stammen. Sie werden auch heute noch zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt.

Selbst in den abgelegensten Gegenden sind die Menschen auf den Tourismus eingestellt. Hier präsentieren die drei Mädchen verschiedene Maisarten und bekommen von den Touristen etwas Geld...

Auch hier verdienen sich die Menschen ein wenig Geld im Tourismusgeschäft. Die zwei armen Adler müssen wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens auf diesen Holzpfählen sitzen und Bilder von sich und den Touristen machen lassen. Das fand ich echt so traurig, dass ich mich nicht habe mit den Tieren fotographieren lassen.

Hier noch mal ein Bild von den Terassenanlagen.

Es ist sehr schwierig, die Größe der Landschaft auf einem Bild zu erfassen. Aber glaubt mir einfach, wenn ich euch sage, dass es gigantisch ist!

Das ist ein Ausschnitt des Canyons. Fehlen nur noch die Condore...

... Aha! Da kommt ja schon einer angeflogen. Okay... Auf diesem Bild könnte auch ein anderer Vogel zu sehen sein.

Hier wird er schon etwas größer! Es gibt den Kalifornien-Kondor und den Anden-Kondor. Hier handelt es sich natürlich um den Anden-Kondor. Außer, er ist sehr stark vom Kurs abgekommen und hat sich verflogen.

So ein Anden-Kondor wiegt übrigens bis zu 12 Kilo und erreicht eine Körperlänge von über einem Meter.

Diese Vögel gehören zur Gattung der Geier und sind Aaßfresser. Die Männchen haben blaue Augen, die Augenfarbe der Weibchen ist rot.

Kondore sind übrigens monogam und bleiben somit lebenslänglich zusammen. Sie brüten 65 Tage und das Weibchen und das Männchen sind jeweils für ein Ei zuständig. Die Jungtiere werden nach 6 Monaten flügge und haben bis zu ihrem 8. Lebensjahr eine braune Gefiederfarbe, die dann in schwarz-weiß übergeht.

Die Jungtiere bleiben ungefähr 2 Jahre lang bei den Eltern und werden von ihnen versorgt.

Condore sollen eine Flughöhe von bis zu 7000 Metern erreichen können.

Sie gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. In Südamerika werden sie daher in Gefangenschaft gezüchtet und ausgewildert.

Obwohl man es vermuten könnte, gehören sie nicht zur Gattung der Greifvögel. In ihren Krallen haben sie nicht sehr viel Kraft.

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,20 Metern sind sie die größten Vögel der Erde.

Wir hatten richtig viel Glück, dass wir an diesem Tag so viele Condore sehen konnten. Ich bin wirklich froh, dass mir mit meiner kleinen Digitalkamera so viele gute Fotos gelungen sind. Mit einem vernünftigen Objektiv hätte ich sicherlich noch ganz andere Bilder machen können! Aber ich war sehr zufrieden mit meiner Ausbeute!

Auf der Jagt nach tollen Kondor-Bildern muss man schon etwas aufpassen, dass man die anderen schönen Dinge der Umgebung nicht völlig aus dem Auge verliert. Und es gibt dort neben den eigentlich sehr hässlichen Condoren wirklich viele schöne Motive.

Viele bizarre Pflanzen sind am Rande der Schlucht zu Hause...

Hier kann man wirklich Fotos machen, die sich als Postkartenmotiv eigenen.

Eine unglaubliche Farbenvielfalt schmückt die Landschaft. Als ich die Fotos gemacht habe, kam mir noch einmal in den Sinn, wie wunderbar Gott diese Welt gemacht hat und was für ein großes Vertrauen er uns entgegengebracht hat, als er uns zu den Bewahrern und Verwaltern seiner Schöpfung machte...

Leider gehen wir nicht immer besonders verantwortungsvoll mit dieser Schöpfung um...


Wenn ich von Katja, Christian und ihrer Familie spreche, dann meine ich diese Menschen:

Viele der folgenden Bilder bedürfen keiner langen Kommentare...
Manchmal ist es mit der Belichtung der Bilder nicht so ganz einfach...

Jordy, eigentlich Jordana ist 5 Jahre alt und Line, eigentlich Katalina ist gerade 3 Jahre alt geworden.

Die Frau mit der schicken Mütze ist übrigens unsere Reisebegleiterin, sie heißt Grace. Die Perunaer/innen haben teilweise schon sehr außergewöhnliche Namen. Habe von einer Frau gehört, die mit Vornamen wirklich "Lady" heißt!

... Gemeinsam mit dem Kaktus am Abrund!

Blick in die Schlucht.

Na, an wen oder was erinnert dieses Bild? Ich sage nur... "Titanic"!

... Keine Angst! Er ist nicht gesprungen.

Auf den Fotos fällt mir immer wieder auf, dass ich mehr auf meine Körperhaltung achten sollte...
Wir stehen übrigens wirklich direkt am Abgrund. Nur nicht der Peter, der...

... ja, wo ist er denn???

Auch, wenn die Pflanze im Vordergrund etwas mitgenommen aussieht, fand ich das Motiv insgesamt ganz schön.

Auf der Fahrt zurück...
In dieser Gegend gibt es nur noch Schotterpisten, die manchmal ziemlich dicht am Abgrund entlang führen. Gar nicht so ungefährlich...

Oft trifft man auf kleine Schaf- oder Kuhherden, die dann manchmal so freundlich sind und Platz machen...

Andere Tiere sind dann aber auch etwas rechthaberischer und verteidigen im wahrsten Sinne des Wortes ihren Standpunkt.

Vorne links ist eine Person zu erkennen, die einen großen Bund mit Ästen oder Sträuchern auf dem Rücken trägt. Wenn wir irgendwo hin wollen, dann setzen wir uns einfach ins Auto, viele der Menschen dort müssen wirklich jede Strecke zu Fuß bewältigen, sogar mit großen Lasten.

Auf der Rückfahrt konnte ich noch ein paar beeindruckende Landschaftsaufnahmen machen...
Die Inkas und ihre Ahnen haben die Terassen zur landwirtschaftlichen Bebauung nicht einfach so und zufällig angelegt. Auf dem Stein, der auf dem Bild zu sehen ist, haben sie zunächst ein Modell angefertigt. Wenn ihr es mit einem Doppelklik vergrößert, könnt ihr es gut erkennen.

Das waren die Bilder vom Ausflug in den Colca-Canyon. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis für mich.

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